Am Kreuze meines Heilands

 


Strophe 1
Am Kreuze meines Heilands,
da ist mein sichrer Stand,
da labt der Allmacht Schatten mich
im dürren Wüstenland.
Hier beut sich mir ein süßes Heim,
der Seele Ruhestatt,
wenn Trübsalshitze ringsum brennt,
wenn ich werd müd und matt.


Strophe 2
O sichre, sel’ge Zuflucht,
erprobter Felsengrund,
wo Gottes Liebe ewig steht
mit Gottes Recht im Bund!
Ich sehe, wie ein Jakoab einst,
die Himmelsleiter hier;
das Kreuz des Heilands zeigt ja klar
den Himmelsweg auch mir.


Strophe 3
Hier unter diesem Kreuze
verliert der Tod sein Graun;
in Jesu Wunden tief und weit
darf ich die Rettung schaun.
Die Arme hält er ausgestreckt
zu aller Sünder Heil,
als Himmelsherold weist er hin
nach unserm Erb und Teil.


Strophe 4
Da blick ich auf und sehe
im Geist Gottes Lamm,
wie es für mich geblutet hat
und starb am Kreuzesstamm;
dann muss ich schamerfüllt gestehn:
Zwei Wunder ich hier find,
das Wunder Seiner großen Lieb
und meiner großen Sünd.


Strophe 5
Im stillen Kreuzesschatten
bleib ich fortan allein;
o Herr, ich will kein andres Licht,
Du bist mein Sonnenschein!
Die ganze Welt, mag mir vergehn,
ich frage nichts darum,
mein eignes Ich sink hin in Schmach,
das Kreuz ist all mein Ruhm!

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